Cajennes Geschichte

Da jetzt doch schon etliche Anfragen kamen warum wir Cajenne wieder zurück geholt haben möchte ich Euch die Geschichte erzählen.

Angefangen hatte schon alles damit, dass sich Cajennes Abholung um 14 Tage verzögerte. Na gut, kann ja mal vorkommen dass man aneinander vorbei redet. Im August war's dann soweit. Unsere Kleine wurde abgeholt. Nicht um die Ecke, sondern 1000 km von uns weg. Die erste Zeit ging alles gut, aber dann kamen die Anrufe. Erst wurde nur gefragt, was zu tun sei wenn.........

Unsere Kleine war 3 1/2 Monate alt als die Anrufe schon etwas grober wurden. Unsere Cajenne sei nicht ganz richtig im Kopf und ein anderer Züchter habe ihn bestätigt daß das bei jeden Züchter mal vorkommt. Und ausgerechet er habe so einen Hund bekommen. Sie wird nicht sauber und ist bösartig, verbellt jeden und habe seiner Enkelin auch schon die Hose zerrissen. Außerdem ist sie kein Familienhund.

Ich redete besänftigend auf ihm ein und fragte nach wie der Tagesablau der Kleinen ist. Es stellte sich heraus, dass Cajenne außer den Beiden und ab und zu mal Besuch keine anderen Menschen zu Gesicht bekam. Vom Welpenstunden und anderen Hunden ganz zu schweigen.

Ich konnte mir das gut vorstellen. Cajenne ist bei uns mit Kinder und im Rudel aufgewachsen, ständig war Action und jetzt war sie den ganzen Tag mit zwei älteren Leuten alleine.

Ich appelierte an die Beiden mit Cajenne die Welpenschule zu besuchen und mehr Spazieren zu gehen. Auch mit der Erziehung müßte man so langsam mal anfangen. Wurde mir alles versprochen. Cajenne sollte sofort in der Hundeschule angemeldet werden und man würde in einer bestimmten Strasse spazierengehen wo ganz viel los ist.

Cajenne durfte einen Samstag in die Welpenstunde gehen und wurde dort auch gleich einen Wesenstest unterzogen, der nicht so ausfiel wie die beiden es erwartet haben. Die Trainerin meinte, daß die Kleine nicht blöd ist, sondern sehr klug und selbstbewußt. Es gab auch keine Probleme mit den anderen Vierbeinern.

Das konnte doch nicht sein. Cajenne war bösartig und das wurde von dieser Frau nicht bestätigt. Also mußte ein neuer sogenannter Hundespezialist her. Aber auch das ging daneben. Cajenne, froh dass man sich mal mit ihr beschäftigte, machte bei den Schäferhundausbilder so richtig mit. Der meinte, sie wäre gut für die Ausbildung geeignet. Die Fachausdrücke des SVlers wie "Beißen" und "Trieb" wurden allerdings wieder negativ ausgelegt. Cajenne ist bösartig und kein Familienhund.

Und dann kam der nächste Anruf.

Cajenne hat seine Frau angefallen und gebissen, sie trauen sich schon nicht mehr in ihr Haus. Sie wären schon am überlegen ob sie dieses Mistvieh nicht einschläfern lassen.

Ich war entsetzt. Wir nahmen uns sofort Urlaub und sind losgefahren.

Dort angekommen war es genau so wie ich befürchtet hatte. Cajenne hätte ein Plüschhund werden sollen. Sie wurde super gepflegt und bekam das beste Futter aber keine Zuwendung und Ansprache. Sie sollte den ganzen Tag schön brav in ihren Körbchen liegen und bei Bedarf ein wohlerzogener braver Hund sein. Leider geht das mit einen Welpen nicht.

Cajennes Verhalten war auch dementsprechend. Sie wurde auf sehr kleinen Raum gehalten und lief orientierungslos im Kreis. Sie reagierte auch nicht auf ihren angeblichen Namen. Allein daran sieht man schon, das sie nicht recht oft angesprochen wurde. Den Garten, auch der war nur ein Handtuch, alles war abgezäunt, kannte sie nur vom Pipi machen. Sie durfte nicht draußen bleiben denn dann bekommt sie eine Blasenentzuündung und pullert wieder ins Haus. Spaziergänge gab's nicht, dafür hatte man keine Zeit. Als ich die Hundeschule ansprach und meinte dass man nach der Welpenschule weitermachen müsse, war man ganz außer sich umd meinte auch dafür habe man keinen Zeit.

Zeit hatte man nicht für Cajenne. Aber es war ganz einfach den ganzen Unsinn den ein Welpe nun mal macht als Bösartigkeit abzustempeln. Sprang sie jemanden von hinten an die Beine, hieß es Cajenne habe ihn angefallen. Zerrte sie an einem Hosenbein und machte Knurrgeräusche dazu, hieß es sie fletscht die Zähne und beißt. Und so ging es weiter. Cajenne konnte einfach nichts recht machen. Mein Eindruck war, dass man den Hund einfach unüberlegt angeschafft hatte und nun mit der Situation nicht fertig wurde (trotz der Zusicherung dass man vorher schon Schäferhunde hatte)

Nach etlichen Hin und Her, ich kann gar nicht beschreiben auf welche Ideen der Herr kam, ( Cajenne klebte während der ganzen Zeit an mir) beschlossen wir die Kleine wieder mitzunehmen. Wir bekamen die Papiere ausgehändigt, und wollten die Kleine zum Auto tragen. An der Haustür holte uns der Alte noch mal ein und riss Cajenne mit den Worten " das bleibt hier " das Halsband runter. War eigentlich Unseres, Cajenne hatte es um als sie damals bei uns abgeholt wurde. Das gewohnte Futter durfte die Frau auch nicht mitgeben. Das bleibt hier, das sollen wir gefälligst selber kaufen war seine Meinung. Allein daran sieht man schon welchen Stand Cajenne bei den Alten hatte.

Ich wollte nur noch weg und mit der Kleinen nach Hause.

Zuhause angekommen ließen wir Cajenne erst mal im Rudel laufen. Es war eine Freude zu sehen wie die Kleine aufblühte. Jetzt brauchten wir nur noch einen Namen für die Kleine. Der Familienrat beschloss, dass sie von nun ab Chira heißt. Sie wußte sehr schnell dass nun sie gemeint war, auch wenn sie ihre Ohren oft auf Durchzug stellt.

Von wegen bösartig oder kein Familienhund. Sie war genauso wie ein Welpe mit 4 Monaten sein sollte. Neugierig, verspielt, lebenslustig und gut Freund mit allen Zwei- und Vierbeinern. Besonders Kinder haben es ihr angetan.

Ich bin froh, dass Cajenne diese schlimme Zeit so gut weggesteckt hat.

Eine Eigenart hat sie allerdings seit damals. Wenn sie müde wird, kommt sie zu mir auf die Couch, legt sich auf meine Knie, nimmt dann meine Hand in den Mund und nukkelt daran wie an einen Schnulli.

Das war Cajennes Geschichte. Wie oben schon gesagt, kann ich nicht alle Einzelheiten schreiben. Glaubt mir, es würde mir wahrscheinlich auch kein Mensch abnehmen dass es sowas gibt. Dass man so mit einen Welpen umgeht. Ich habe große Hochachtung vor alten Menschen aber so ein alter arroganter Despot ist mir schon lange nicht mehr untergekommen. Seine Frau raunte uns beim Abschied zu, " ich möchte nicht wissen was mich jetzt im Haus erwartet ".

Für solche Menschen ziehe ich meine Welpen nicht gross !!!!!!